Freitag, 18. April 2008

Langenhorst: Theologie und Literatur

I. Geschichtliche und hermeneutische Entwicklungslinien

1. Wegmarken der theologisch-literarischen Begegnung

Forschungsbereich Theologie und Literatur erst seit den 70er Jahren mit Eigenprofil.
"Konfrontation" (nach Kuschel*) bestimmte über die Jahrhundert das Verhältnis von Theologie und Literatur -> Im Dienst der Wahrheit ist der Wahrheitsanspruch der Künste zurückzuweisen:
Je stärker man die alleinige Heilsfunktion von Gnade, Glaube, Schrift, Offenbarung oder Tradition betone, umso mehr müsse man negieren, dass sich Ansätze dazu auch außerhalb der christl. Tradition (in den Künsten) finden lassen. > Literatur kann somit nur zwei funktionale Bedeutungen im theologischen Diskurs zukommen
a) Kontrastfolie zur schärferen Zeichnung der eigenen theologischen Wahrheit
b) als im Dienste der Kirche stehender Ausdruck des christlichen Lebens.
Kierkegaard dazu "Das Ästhetische liegt in der Relativität, dem Dichter werde so jegliche Form verbindlicher und verantworteter Lebensführung unmöglich gemacht. > Entweder - Oder: Dem Ästhetischen gegenüber steht der ethische Lebensentwurf, der allein ein Leben in Sinn, Wahrheit und Wahrhaftigkeit ermöglicht. "Man muss wählen, entweder das Ästhetische zum Totalgedanken zu machen ... oder das Religiöse." (Kierkegaard).

1. Literaturwissenschaftliche Grundlegungen

durch die Schrift "Mimesis. Dargestellte Wirklichkeit in der abendländischen Literatur", 1946 von Erich Auerbach und "Säkularisation als sprachbildende Kraft. Studien zur Dichtung deutscher Pfarrersöhne", 1958, von Albrecht Schöne.

1.1 Auerbachs Mimesis

Kontrast zwischen der homerischen und der biblischen Erzählweise. Entscheidende Leistung der jüdisch-christlichen Wirklichkeitsdeutung nach Auerbach in der Überwindung der antiken Stiltrennung von hohem und niederem Stil, welche realistische Wirklichkeitsabbildungen verunmöglicht. Erst im Kontext des Christentums ließ sich Wirklichkeit literarisch angemessen abbilden. Mit dem Stiltrennungsprinzip der Antike unvereinbar ist die Leidens- und Passionsgeschichte, nach Auerbach: "Dass der König der Könige wie ein gemeiner Verbrecher verhöhnt, bespien, gepeitscht und ans Kreuz geschlagen wurde - diese Erzählung vernichtet ... die Ästhetik der Stiltrennung vollkommen, sie erzeugt einen neuen hohen Stil, der das Alltägliche keineswegs verschmäht, und der das sinnlich Realistische, ja das Hässliche, Unwürdige, körperlich Niedrige in sich aufnimmt". (E. Auerbach, 1959, S. 73f.)



Exzerpt aus dem Buch "Theologie und Literatur. Ein Handbuch. Von Georg Langenhorst" (tbc).
*Kuschel, Karl-Josef: Jesus in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. 1978, München.

Angewidert

Es gibt einen ungünstigen Einfluss auf die physischen Vorgänge, wenn man, im Zustand des Angewidertseins vor erstaunlicher Heuchelei, ein 6 gängiges Menü zu sich nehmen muss.
Ich bin, entgegen dem Augenschein, offensichtlich für die Askese gemacht.
Ich möchte nie mehr irgendetwas essen.

Donnerstag, 13. März 2008

Katholisches Bloggersterben

In der letzten Zeit ist mir aufgefallen, dass von zahlreichen katholischen Blogs, die ich nachlässigerweise hier zwar nicht verlinkt, aber unter meinen Lesezeichen abgelegt habe, mindestens vier oder fünf nicht mehr existieren oder offiziell geschlossen worden sind. Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Gut im Sinne von: Kümmern wir uns um die wirklich relevanten Dinge im Leben oder schlecht im Sinne von: Das Internet den Radikalen, Hasserfüllten, Sexbesessenen oder einfach nur Langweiligen und Banalen überlassend?

Donnerstag, 6. März 2008

Die Tugenden der Theologen

"Tapferkeit, Mut zum Wagnis, Geduld, Demut und prophetische Erneuerung."
JPII

Eine Seite zu Origines

mit Materialien und Kommentaren zu Leben und Werk.

Dienstag, 4. März 2008

"Es werden Tage kommen, in denen die Christenheit versuchen wird, die Tatsache des Heils in eine bloße Ansammlung von Werten aufzulösen."
Vladimir Solowjew, Kurze Geschichte vom Antichristen.

Sonntag, 2. März 2008

Laetare

Ein doppelter Grund zur Freude ist heute die Amtseinführung von Bischof Wiesemann im Speyerer Dom gewesen. Bischof Wiesemann predigte, anfangs sichtlich nervös und mit flatterndem Blick, dann immer sicherer und souveräner werdend, über die Freude. Sympathisch dabei sein kurzes Anstreifen des berühmten Pfälzer Schoppens, noch sympathischer sein Eingeständnis, angesichts des wundervollen, aber riesenhaften Doms weiche Knie zu haben.